Das Bundesministerium
für Ernährung, Landwirtschaft
und
Forsten veranstaltete
vom 5. bis 8. Juni 2000
eine Internationale Konferenz
zur Zukunft und Entwicklung ländlicher
Räume
mit dem Titel
rural21
Abschlusserklärung
„Potsdamer
Erklärung rural21“
Ländliche Räume stehen an der Schwelle zum neuen Jahrtausend vor vielfältigen Herausforderungen. Die fortschreitende Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft führen zu verstärktem Wettbewerb zwischen den Regionen und zu einer Konzentration der Wirtschaft auf die günstigsten Standorte.
Viele urbane Räume haben auf diese Herausforderung bereits reagiert. Städte bilden Allianzen und Netze, um im Wettbewerb um Kapital und Wissen bestehen zu können.
Die Staaten der Erde leben jedoch nicht allein von der Wirtschaftskraft ihrer städtischen Ballungszentren. Von ebenso großer Bedeutung für die Entwicklung und Stabilität von Volkswirtschaften und Gesellschaften sind die Vielfalt und das Potential ihrer ländlichen Räume.
Ländliche Räume haben lebenswichtige Funktionen zu erfüllen:
Sie sind Standorte der Produktion von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen und dienen darüber hinaus Millionen von Menschen als Wohn-, Wirtschafts-, Kultur- und Erholungsgebiete sowie als ökologische Ausgleichsräume.
In vielen Teilen dieser Welt sind ländliche Räume aber immer noch geprägt von Landflucht, Armut, geringem Bildungsniveau und unzureichender Versorgung. Auch Fragen der Gerechtigkeit, Verteilung, Demokratie und des Friedens sind vielfach untrennbar mit einer eigenbestimmten Zukunft der ländlichen Räume und seiner Bewohner verknüpft. Darum ist in Zukunft eine eigenständige und engagierte Politik für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume erforderlich.
Deutschland betrachtet es als eine vorrangige
Aufgabe, die ländlichen Räume im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie
zu stärken.